DSDS zerstört Leben?!
Man, solche Sorgen möchte ich haben... Vielleicht sollte man den Sachverhalt der völlig fehlenden Selbstreflektion einfach mal ins ICD-10 aufnehmen. Es würde sich lohnen wie ich finde.
Da stellen sich Leute hin und machen den größten nur vorstellbaren Scheiß... und wundern sich wenn sie anschließend dem "wilden" Mob zum Opfer fallen? Leute, habt ihr sie noch alle? Da ist eure Aufmerksamkeit die ihr doch unbedingt haben wolltet. Jetzt lebt mit den nächtlichen Telefonanrufen und den Beleidigungen... Und bei nächsten Mal fragt ihr am besten einen Psychologen ob eure Selbstwahrnehmung auch nur halbwegs als realistisch bezeichnet werden kann...
Und ich muss mich einem Zitat anschließen: "Ey, fragt nicht eure Freunde oder Familie ob ihr singen könnt - die lügen euch an!!!"
Ich habe eigentlich keine Fragen mehr was den Erfolg von solchen Shows angeht... Im Gegenteil. Aber mehr als Mitleid für die deutsche Medienlandschaft kann ich auch nicht empfinden. Und wer sich - egal warum auch immer - dem zum Frass vorwirft, ist selbst schuld...
SEETHER
immer das selbe
tja, manche brauchen den holzhammer um zu erwachen, andere suchen sich freunde, die ehrlich sind und in aller liebe sagen: "lass es bleiben."
Letztlich ist es ja so das niemand gezwungen wird dort hinzugehen. Aber ist es symptomatisch für die Generation und die Gruppen zu denen die Teilnehmer zählen, dass sie völlig "frei" von jeder halbwegs realistischen Selbsteinschätzung sind? Die Gewinner der einzelnen Staffeln sind schon ausgesprochen mittelmäßige Talente. Aber im Vergleich zu den meisten (ausgestrahlten) Teilnehmern sind sie wahre Genies. Und das sollte man doch begreifen, oder?! Ich frage mich ernsthaft ob ich den Leuten die mit solchen "Kompetenzen" da auflaufen, jegliche Intelligenz absprechen muss? Das kann doch nicht nur eine Frage der Konditionierung durch die Medien sein, oder?!
naja...
die mediengeilheit ist heutzutage unbegrenzt. wir schreiben blogs, erzählen von unserem privatleben, stellen videos bei youtube rein, veröffentlichen fotos bei flickr....und ja, es gibt dort überall leute, die sich lächerlich machen - und es imho nicht merken und sogar eine fangemeinde haben. da ist der schritt zur selbstdarstellung im tv eine logische folge..
aber wie gesagt: wenn man es in freundschaft und achtung von seinen nächsten nicht lernt, dann eben auf die harte tour durch bohlen und konsorte.
Also ich denke auch, dass man da nicht einer Seite alleine die Schuld geben kann. Dass es so etwas gibt ist Produkt unserer Gesellschaftsdynamik. Dazu gehört die teilweise stark verzerrte Selbstwahrnehmung der Kandidaten genauso wie das Einwirken der Medien usw.
Dass RTL das sendet, was Quote und damit Werbeeinnahmen bringt, ist klar und bis zu einem gewissen Grad auch verständlich, trotzdem entschuldigt das nicht praktizierte Menschenverachtung.
Dass gerade Jugendliche (und dazu sollte man durchaus auch noch Zwanzigjährige zählen dürfen) sowohl die Macht der Medien als auch sich selbst falsch einschätzen, ist sicher bis zu einem gewissen Grad normal... in einem Freundeskreis, in dem alle so drauf sind, dass sie in diesem Hype aufgehen, kann man denen sicher auch nicht vorwerfen, dass sie sich anlügen würden, die sehen eben nicht nur sich sondern auch ihr Umfeld verzerrt.
Andererseits sollten aber auch Jugendliche schon ein gewisses Maß an Eigenverantwortung und Selbsteinschätzung haben, um sich nicht derart zum Affen zu machen. Die Frage ist nur, ob neben der Wirkung von Medien und Freundeskreis nicht auch familiärer Hintergrund usw. eine Rolle spielen. Ich denke, das ist so ein Gesellschaftsding, das sollte man auch gar nicht so stark trennen. Sozial gefestigte Jugendliche werden sich wohl auch nicht einfach so von den Medien korrumpieren lassen, Jugendliche, die von ihren Eltern bei jeder Gelgenheit in den Mittelpunkt gerückt werden (als krasses Gegenbeispiel) und deren höchstes Credo "Sei individuell und besser als die anderen!" ist, die brauchen auch nicht mehr viel Anreiz von den Medien.
Das Bedenkliche liegt aber darin, dass die Medien eine nicht zu unterschätzende Macht haben und damit eine Verantwortung, die sie selbst besser überblicken (sollten) als die meisten Teilnehmer von Castingshows. Und diese Verantwortung sollte nicht rein ökonomisch sein...
Ich denke auch nicht, dass es einen so immensen Anteil an Leuten gibt, die sich da zum Vollhorst machen, bedenkt man, wieviele Leute sich zu solchen Castings melden (bzw. eigentlich müsste man sogar bedenken, wieviele es aus gutem Grund erst gar nicht machen), aber es werden natürlich vor allem die gezeigt, die den größten Mist abliefern, damit der Voyeurismus des Zuschauers bedient wird. Und für diese Auswahl sind die Medien zur Hauptsache verantwortlich... und nicht zu vergessen das Publikum. Ohne Interessenten an diesen Deppen-Auftritten würden diese Shows auch anders laufen... Angebot und Nachfrage und sowas...


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