Frau vs. Mann vs. Klischee

Da bemühen sich Eltern tatsächlich darum, ihrem Kind wenigstens die Wahl zwischen geschlechtsspezifischen Stereotypen zu lassen - oder noch besser, sie versuchen es gleich geschlechtsneutral zu erziehen, was immer das auch heißen mag...
Und was macht der Nachwuchs? Er will einfach nicht. Mistviehcher! Lässt man ihnen die Wahl, greifen die lieben kleinen tatsächlich zu Sterotypischen Spielzeug. Und das obwohl sie auch die Möglichkeit hätten, einfach das Spielzeug des anderen Geschlechts zu nehmen... Man man, nicht mal darauf kann sich der aufgeklärt Mann und die emanzipierte Frau von heute verlassen.

Na klar, erst einmal ist - sofern man eine Erklärung für dieses völlig atypische Verhalten sucht - die Gesellschaft schuld. Den ganzen Tag werden den Kindern im Säuglings- und Vorschulalter via Medien die Stereotypen Verhaltensweisen eingetrichtert...
Bin ich eigentlich der einzige der der Meinung ist, das Kinder in diesem Alter im Idealfall eigentlich gar keinen ausreichenden Kontakt zu Medien haben sollten?!
Aber egal. Wenn man es nicht auf die Medien schieben kann, müssen folglich die Eltern und das soziale Umfeld schuld sein. Deswegen ist es auch ein Erfolg wenn die Tochter mal "Katerin" sagt anstatt Katze. Allerdings ist das zeigen der Mutter auf einen Löwen ein klarer Rückschritt da so der Familienvater überbewertet wird...

Ganz ehrlich... lasst eure Kinder doch einfach nur Kinder sein und hört auf, eure eigenen Komplexe an ihnen auszuleben. Ihr habt doch alle den Schuss nicht gehört! Ein Kind ist doch kein Langzeitexperiment an dem man die durchaus wirren Theorien einer Alice Schwarzer testen kann. Es ist euer Kind und es hat ein Anrecht darauf, in Ruhe und weitgehend frei von Klischees und ähnlichem aufzuwachsen. Stattdessen geht man heute wirklich her, und versucht die lieben kleinen geschlechtsneutral aufwachsen zu lassen... Das ist ein Armutszeugnis für die Erziehung an sich. Aber was noch schlimmer ist, es wirft die Frage auf, wie weit dieser ganze Geschlechterunsinn eigentlich noch gehen soll.

Was ist das Ziel des ganzen? Eine homogene Masse aus "gleichen" Individuen ohne sexuelle Identität? Ist es schlimm eine Frau zu sein und einfach mal zu sagen das man etwas nicht kann, weil man vielleicht als Kind nicht auf Bäume geklettert ist oder halt nicht weiß wie man den verdammten Dübel in die Wand bekommt? Oder ist es verkehrt als Mann einfach mal nicht nähen zu können? Falsch ist sicherlich sich darauf auszuruhen und sich so selbst der Möglichkeit der Weiterentwicklung zu berauben. Aber ein bisschen stark oder schwach sein, wird doch noch in Ordnung gehen, oder?!

Aber probiert es ruhig weiter an euren Kindern. Es wird nicht funktionieren wie in diesem großartigen Artikel der Zeit zu lesen. Und ich schließe mich der Meinung an: Wer als Kind stereotyp ist, kann hinterher viel leichter die Rollen wechseln.

SEETHER
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