1
Jul
2007

Frau vs. Mann vs. Klischee

Da bemühen sich Eltern tatsächlich darum, ihrem Kind wenigstens die Wahl zwischen geschlechtsspezifischen Stereotypen zu lassen - oder noch besser, sie versuchen es gleich geschlechtsneutral zu erziehen, was immer das auch heißen mag...
Und was macht der Nachwuchs? Er will einfach nicht. Mistviehcher! Lässt man ihnen die Wahl, greifen die lieben kleinen tatsächlich zu Sterotypischen Spielzeug. Und das obwohl sie auch die Möglichkeit hätten, einfach das Spielzeug des anderen Geschlechts zu nehmen... Man man, nicht mal darauf kann sich der aufgeklärt Mann und die emanzipierte Frau von heute verlassen.

Na klar, erst einmal ist - sofern man eine Erklärung für dieses völlig atypische Verhalten sucht - die Gesellschaft schuld. Den ganzen Tag werden den Kindern im Säuglings- und Vorschulalter via Medien die Stereotypen Verhaltensweisen eingetrichtert...
Bin ich eigentlich der einzige der der Meinung ist, das Kinder in diesem Alter im Idealfall eigentlich gar keinen ausreichenden Kontakt zu Medien haben sollten?!
Aber egal. Wenn man es nicht auf die Medien schieben kann, müssen folglich die Eltern und das soziale Umfeld schuld sein. Deswegen ist es auch ein Erfolg wenn die Tochter mal "Katerin" sagt anstatt Katze. Allerdings ist das zeigen der Mutter auf einen Löwen ein klarer Rückschritt da so der Familienvater überbewertet wird...

Ganz ehrlich... lasst eure Kinder doch einfach nur Kinder sein und hört auf, eure eigenen Komplexe an ihnen auszuleben. Ihr habt doch alle den Schuss nicht gehört! Ein Kind ist doch kein Langzeitexperiment an dem man die durchaus wirren Theorien einer Alice Schwarzer testen kann. Es ist euer Kind und es hat ein Anrecht darauf, in Ruhe und weitgehend frei von Klischees und ähnlichem aufzuwachsen. Stattdessen geht man heute wirklich her, und versucht die lieben kleinen geschlechtsneutral aufwachsen zu lassen... Das ist ein Armutszeugnis für die Erziehung an sich. Aber was noch schlimmer ist, es wirft die Frage auf, wie weit dieser ganze Geschlechterunsinn eigentlich noch gehen soll.

Was ist das Ziel des ganzen? Eine homogene Masse aus "gleichen" Individuen ohne sexuelle Identität? Ist es schlimm eine Frau zu sein und einfach mal zu sagen das man etwas nicht kann, weil man vielleicht als Kind nicht auf Bäume geklettert ist oder halt nicht weiß wie man den verdammten Dübel in die Wand bekommt? Oder ist es verkehrt als Mann einfach mal nicht nähen zu können? Falsch ist sicherlich sich darauf auszuruhen und sich so selbst der Möglichkeit der Weiterentwicklung zu berauben. Aber ein bisschen stark oder schwach sein, wird doch noch in Ordnung gehen, oder?!

Aber probiert es ruhig weiter an euren Kindern. Es wird nicht funktionieren wie in diesem großartigen Artikel der Zeit zu lesen. Und ich schließe mich der Meinung an: Wer als Kind stereotyp ist, kann hinterher viel leichter die Rollen wechseln.

SEETHER
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AiHua - 1. Jul, 14:05

Na ja, es gab ja schon Versuche Kinder neutral aufwachsen zu lassen (übrigens, ich habe ganz stark was gegen Klischees und den Scheiß typisch Mann-, typisch Frau-Gebla), aber gerade in den ersten drei fünf Jahren setzt sich demnach der Körper erstmal etwas durch (lassen wir mal die ganze transsexuelle Sache, oder auch asexuelle Geschichte weg, auch wenn ich meine, dass sie gar nicht so selten ist) und Kinder greifen, obwohl sie asexuell erzogen wurden, nach spezifischen Spielzeug.
Ich selber kann mich da nicht ausschließen, allerdings wurde ich auch gepärgt sowas zu begehren, allerdings habe ich gleichzeitig auch meine Matchboxautos gepflegt, oder in der Sandkiste verbuddelt (ey, ich wollte nur eine Tiefgarage bauen) (und an sowas wie Du es anscheinend gerade erlebt hast, habe ich noch nicht viele Gednken verschwendet). Ich hatte also einfach beide Seiten...

ilsebilse - 3. Jul, 23:47

Man tut auch dem Kind keinen Gefallen, denn irgendwann wird es mit anderen Kindern konfrontiert, mit deren Verhalten und Erziehung und fragt sich womöglich, was an ihm selbst anders ist und womöglich, eventuell, vielleicht geht das Ganze nach hinten los, nämlich dann, wenn das Kind dann mit aller Macht so sein will wie alle anderen Mädchen oder Jungs und dabei über das Ziel hinaus schiesst.

Ich bin übrigens gerne Frau. Mit allen Vor- und Nachteilen. Und wenn ich will, kann ich sogar einen Reifen wechseln. Will ich aber nicht. :)

asa (anonym) - 4. Jul, 09:12

Jetze mal so als Mama hier: Ich habe gestaunt und Ihr würdet Euch wundern, wie früh erkennbar ist, dass es sich hier um einen Jungen/ein Mädchen handelt, das da spielt. Die Festlegung Auto vs. Puppe, Farbwahl und andere Kleinigkeiten kam jedenfalls sehr früh hier auf und ich würde einen Teufel tun, da irgendetwas dran zu erziehen.
Ich denke, dass die Evolution diese Klischees braucht, damit das Fortbestehen überhaupt funktioniert. Überlegt nur mal, in welche "Rollenspiele" wir Erwachsenen so fallen, wenn wir unseren Partner suchen. Gegen die Natur zu erziehen, die ja auch stark hormonell geprägt ist, ist nichts, als alles durcheinander zu bringen.
Ausnahmen und sonstige Paradiesvögel bestätigen natürlich die Regel ;-)

AiHua - 4. Jul, 11:11

Ich denke nicht "nur" an das Fortbestehen der Menschheit, sondern auch ein wenig an das Individuum. Wenn ein Kind seine Identität durch Rollenspiele kennenlernt, aufbaut (und sei es, dass es die irgendwann mal negiert), dann macht es ihn ziemlich sehr wahrscheinlich zu einen glücklicheren Menschen, es hängt nicht in der Luft. Dazu ist natürlich das Geschlecht nur ein Bestandteil, allerdings in unserer Gesellschaft ein relativ großer. Wenn also sich ein Mensch durch Definieren sich selber findet und nicht allzusehr einzwängen lässt kann es hilfreich sein.
Seether - 4. Jul, 22:17

Hmmm... ich nehme ja bekanntlich gerne den wissenschaftlichen Standpunkt ein. Und der sagt zu dem Thema eindeutig Jein. Tatsächlich gibt es eine Menge Hinweise darauf, das Hormone deutlich diese Entwicklungen steuern, respektive die unterschiedlichen Aufbauten des Gehirns, bedingt durch die Hormone. Aber leider sind wir aus diversen Gründen recht weit davon entfernt, etwas eindeutig beweisen zu können. Schade eigentlich.
Aber ein bisschen eigene Meinung wird ja erlaubt sein... Ich glaube persönlich daran, das die Hormone zum einen zu einem unterschiedlichen Aufbau des Gehirns führen. Und ich glaube, die gleichen Hormone steuern ein ganzes Leben lang unser Verhalten. Bekanntlich gebe ich ja nichts auf das Konstruk "Menschlicher Verstand", weshalb ich davon überzeugt bin das es uns eigentlich gar nicht möglich ist, eine neutrale Haltung einzunehmen. Wir sind, was unsere Entwicklung hervorgebracht hat. Nimmt man einmal in einem Gedankenexperiment wirklich alles an Konditionierung heraus, bleibt vermutlich nicht mehr als ein Mann der männlich ist und eine ausgesprochen weibliche Frau. Inklusive aller sterotypen Verhaltensweisen.
Und ganz offen gesagt glaube ich auch, das die Menschen das eigentlich wichtige völlig aus den Augen verloren haben. Mann und Frau ergänzen sich in ihren natürlichen Fähigkeiten ganz wunderbar.

Einen interessanten Artikel zum Thema gibt es dann noch hier.

To01 - 9. Jul, 16:33

oh gott, meine tochter spielt mit traktoren! ;)

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