100.
Gestern war es also so weit. Ich habe die 100. Folge von Alpha Centauri gesehen. Ok, ich muss gestehen das ich nicht alle wirklich gesehen habe... Aber diese Jubiläumsfolge dann doch.
Das Thema war: Können Physiker die Welt erklären?
Und die Antwort: Ein klares Jein.
Um es vor weg zu nehmen, Herr Lesch hat sich durchaus zurückgehalten was die Argumente angeht. Man kann es aber einfach nicht anders sagen, er hat dieses schwierige und leidige Thema unglaublich gut behandelt. Das Problem ist ja, das die Menschen glauben, eine Wissenschaft wie die Physik erklärt - wenn sie sich dann erstmal an ein Thema gemacht hat - dieses auch absolut ausführlich. Davon zeugt zum Beispiel die Frage: Was war eigentlich vor dem Urknall? Tja... ähh... nun... also... eigentlich... Mit einiger Sicherheit können wir sagen, was kurz danach passiert ist. Reicht das?
Nee, eben nicht. Den Menschen reicht das nicht. Sie erwarten das die Wissenschaft ihnen wenn schon, dann auch ein komplettes Bild vermittelt. Und Professor Lesch hat ausgesprochen anschaulich vermittelt, warum Physik das nicht leisten kann. Das Parkplatzproblem in München diente da mehrmals als Beispiel. Die Menschen glauben, das alles irgendwie zielgerichtet ablaufen müsste. Und tatsächlich implizieren manche Sachbuchautoren diese Vorstellung auch, in dem sie am Rande immer wieder Gott oder einen Masterplan ins Spiel bringen. Auch wenn sie es letztlich vielleicht nicht so meinen.
Und streng genommen haben die Menschen ja auch recht. Makroskopische Systeme sind ja in der Regel tatsächlich zielorientiert. Aber sobald man sich dem Atomkern auch nur nähert, gehen all die schönen Regelmäßigkeiten und Vorhersagbarkeiten dahin. Dann wird es chaotisch und verwirrend. Mitunter auch schlimmer... Eigentlich können wir ja nur froh sein das wir uns (damit meine ich den Durchschnittsmenschen) nicht sonderlich mit Quantenphysik auskennen. Den meisten Leuten fällt es ja schon schwer, sich von Modellen wie Kälte und Dunkelheit zu verabschieden. Wie schwierig wird es dann wenn so Phänomene auftreten wie die "Verschränkung" von Teilchen? Und das ist beispielsweise ein Effekt von dem die Physik strenggenommen keinen Ahnung hat. Man nutzt ihn mittlerweile recht effektiv für die Verschlüsselung, aber warum es ihn gibt und vor allem wie er entsteht, davon wissen wir (nach meinem Erkenntnisstand) nichts. Wie sollen wir irgendwas beschreiben das eigentlich eher in Richtung Philosophie oder Religion geht?
Und genau darum ging es gestern. Darum das Physik gut darin ist, die meisten technischen Vorgänge zu beschreiben. Das Physik beschreiben kann, welche Mechanismen nötig sind, damit Atome sich zu Molekülen und irgendwann zu einem Menschen zusammensetzen. Aber Physik kann nicht beschreiben was diesen Menschen dann letztlich menschlich macht. Und das schöne an Physik: Sie versucht es auch gar nicht erst. Damit sollen sich andere Leute befassen.
Herr Lesch hat das schon beängstigende Talent, die "Schwächen" seiner eigenen Zunft in einer Art zu präsentieren, die absolut glaubwürdig ist. So gut, das sogar ich, als absolut getreuer "Gläubiger" ohne weiteres damit leben kann... Und das ist eine wirklich Leistung!
Ich freue mich auf weitere 100 Folgen...
SEETHER
Das Thema war: Können Physiker die Welt erklären?
Und die Antwort: Ein klares Jein.
Um es vor weg zu nehmen, Herr Lesch hat sich durchaus zurückgehalten was die Argumente angeht. Man kann es aber einfach nicht anders sagen, er hat dieses schwierige und leidige Thema unglaublich gut behandelt. Das Problem ist ja, das die Menschen glauben, eine Wissenschaft wie die Physik erklärt - wenn sie sich dann erstmal an ein Thema gemacht hat - dieses auch absolut ausführlich. Davon zeugt zum Beispiel die Frage: Was war eigentlich vor dem Urknall? Tja... ähh... nun... also... eigentlich... Mit einiger Sicherheit können wir sagen, was kurz danach passiert ist. Reicht das?
Nee, eben nicht. Den Menschen reicht das nicht. Sie erwarten das die Wissenschaft ihnen wenn schon, dann auch ein komplettes Bild vermittelt. Und Professor Lesch hat ausgesprochen anschaulich vermittelt, warum Physik das nicht leisten kann. Das Parkplatzproblem in München diente da mehrmals als Beispiel. Die Menschen glauben, das alles irgendwie zielgerichtet ablaufen müsste. Und tatsächlich implizieren manche Sachbuchautoren diese Vorstellung auch, in dem sie am Rande immer wieder Gott oder einen Masterplan ins Spiel bringen. Auch wenn sie es letztlich vielleicht nicht so meinen.
Und streng genommen haben die Menschen ja auch recht. Makroskopische Systeme sind ja in der Regel tatsächlich zielorientiert. Aber sobald man sich dem Atomkern auch nur nähert, gehen all die schönen Regelmäßigkeiten und Vorhersagbarkeiten dahin. Dann wird es chaotisch und verwirrend. Mitunter auch schlimmer... Eigentlich können wir ja nur froh sein das wir uns (damit meine ich den Durchschnittsmenschen) nicht sonderlich mit Quantenphysik auskennen. Den meisten Leuten fällt es ja schon schwer, sich von Modellen wie Kälte und Dunkelheit zu verabschieden. Wie schwierig wird es dann wenn so Phänomene auftreten wie die "Verschränkung" von Teilchen? Und das ist beispielsweise ein Effekt von dem die Physik strenggenommen keinen Ahnung hat. Man nutzt ihn mittlerweile recht effektiv für die Verschlüsselung, aber warum es ihn gibt und vor allem wie er entsteht, davon wissen wir (nach meinem Erkenntnisstand) nichts. Wie sollen wir irgendwas beschreiben das eigentlich eher in Richtung Philosophie oder Religion geht?
Und genau darum ging es gestern. Darum das Physik gut darin ist, die meisten technischen Vorgänge zu beschreiben. Das Physik beschreiben kann, welche Mechanismen nötig sind, damit Atome sich zu Molekülen und irgendwann zu einem Menschen zusammensetzen. Aber Physik kann nicht beschreiben was diesen Menschen dann letztlich menschlich macht. Und das schöne an Physik: Sie versucht es auch gar nicht erst. Damit sollen sich andere Leute befassen.
Herr Lesch hat das schon beängstigende Talent, die "Schwächen" seiner eigenen Zunft in einer Art zu präsentieren, die absolut glaubwürdig ist. So gut, das sogar ich, als absolut getreuer "Gläubiger" ohne weiteres damit leben kann... Und das ist eine wirklich Leistung!
Ich freue mich auf weitere 100 Folgen...
SEETHER
Seether - 28. Jun, 19:54
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